Gürth: Hindernissaison mit Hindernissen

Olivia Gürth (Silvesterlauf Trier) machte nach einer herausfordernden Saison ein starkes Rennen bei den Weltmeisterschaften.

Olivia Gürth: Hindernissaison mit Hindernissen (Foto: Papenfuss).

Nach guten Auftritten auf den Unterdistanzen in der Halle und in der Frühsaison im Stadion, eröffnete Gürth die Hindernis-Saison beim Diamond League Meeting in Doha., und war damit gleich auf der ganz großen Bühne präsent. Mit 9:35,21 Minuten und Platz elf konnte sie zwar noch nicht ganz vorne angreifen, aber der Grundsein für eine starke Hindernis-Saison war gelegt: Sie war erneut bereit, bei der Weltspitze mitzumischen. Als nächsten Wettkampf nahm Olivia Gürth die Lange Laufnacht in Karlsruhe mit, wo sie n 9:33,06 Minuten als Siegerin das Ziel passierte und einen neuen Meeting-Rekord aufstellte. Noch stärker präsentierte sie sich wenige Wochen später bei den Paavo Nurmi Games im finnischen Turku. In einem Rennen mit vielen Topathletinnen kämpfte sie sich in 9:26,63 Minuten auf Rang fünf – ein Ergebnis, das zeigte, dass die Formkurve anstieg. Doch so richtig rund lief die Saison nicht. Sie musste verschiedene Wettkämpfe abbrechen bzw. absagen und das Training anpassen. Bei der DM wurde sie mit einer Zeit von 9:46,18 Minuten Vizemeisterin.

Umso spannender war, was die WM in Tokio bereithalten sollte. „Diese Meisterschaften werden eine Herausforderung, aber auch eine neue Chance,“ zeigte sie sich vor der WM trotz der Rückschläge optimistisch. Tatsächlich gelang ihr hier das beste Rennen der Saison. Der Druck war groß, denn die Finalplätze waren hart umkämpft. Mit 9:15,28 Minuten war sie auch wirklich schnell und erreichte fast ihre Bestzeit. Gürth war lange in einer aussichtreichen Position, lediglich am Ende fehlte ihr ein die Kraft: „Der Wille war da, die Beine aber nicht“, kommentierte die 23-Jährige die letzten Meter des Rennens. So genügte es leider ganz knapp nicht – rund zwei Zehntel fehlten für den Finaleinzug. Sie wurde Sechste in ihrem Lauf, und hatte von allen Athletinnen in den Vorläufen die zehntbeste Zeit. Die Momente nach dem Rennen waren für Gürth sehr emotional – einerseits die Enttäuschung, das Finale so knapp verpasst zu haben, andererseits die Freude, nach einer schwierigen Saison noch eine so starke Zeit auf die Bahn gebracht zu haben.

Für 2026 freut sich Gürth vor allem auf die Europameisterschaften in Birmingham. Bei der kontinentalen Konkurrenz hofft sie auf einen der vorderen Plätze. Als Sechstplatzierte der europäischen Bestenliste 2025 sind auch die Medaillen in Reichweite – das große Ziel für das kommende Jahr. Außerdem freut sie sich auf die Atmosphäre im Stadion: „Ich habe gehört, in England soll die Stimmung immer besonders gut sein.“ Gute Voraussetzungen also, um ganz vorne anzugreifen.