Als Nachwuchs-Star der Leichtathletik gilt spätestens seit diesem Jahr Judith Bilepo Mokobe. Nachdem sie bei deutschen Nachwuchs-Meisterschaften der letzten Jahre bereits mehrere Titel gewonnen hatte, stieß sie 2025 nochmals in neue Dimensionen vor. Am 24. Mai lief sie in Weinheim zur Top-Zeit von 23,11 Sekunden. Eine weitere Bestzeit folgte nur zwei Wochen später: In Regensburg überquerte sie die Ziellinie der 100 Meter nach 11,44 Sekunden. Der DM Titel über 200 Meter bei der U20-DM in Wattenscheid war dann nur noch eine Formsache, die Mokobe in 23,53 souverän abhakte. Ungetrübt blieb die Saison dennoch nicht für das Ausnahmetalent. Im Sommer hatte sie mit Verletzungen zu kämpfen. Zur EM war Mokobe jedoch wieder topfit und übertraf sich selber. Als Drittschnellste der Meldeliste war eine Medaille zum Greifen nah, aber erst ihr toller Auftritt in Tampere sicherte ihr den Titel. Schon im Vorlauf konnte sie sich ohne größere Anstrengung in 23,87 Sekunden den Vorlaufsieg sicher. Im Halbfinale rief die 18-Jährige nochmal ihre PB von 23,11 Sekunden ab. Im Finale am Samstag lief sie ein starkes Rennen. Auf der Zielgeraden konnte sie einen Gegenangriff abwehren und brachte in 23,40 Sekunden trotz starkem Gegenwind Gold sicher ins Ziel. Mokobes Freude nach dem Titelgewinn war groß: „Das ist wie ein Traum“, kommentiert sie den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere.
Die Siebenkämpferin Emma Kaul erreichte am 21./22. Juni in Bernhausen einen Meilenstein ihrer Karriere: Hier konnte sie erstmals die Marke von 6000 Punkten übertreffen. Exakt einen Punkt lag sie darüber – und mit diesem Resultat gehört sie zu den besten Nachwuchs-Siebenkämpferinnen in Europa. Entsprechend hoffnungsvoll durfte sie sich auf ihren EM-Einsatz freuen, zumal einzelne Ergebnisse im Vorfeld der EM auf eine Top-Form schließen ließen. So holte sie beispielsweise bei der U20-DM die Speerwurf-Silbermedaille bei den Spezialistinnen mit einer Weite von 47,22 Metern. Emma Kaul kam bei ihrem EM-Siebenkampf schließlich auch nah an ihre Bestleistung heran. Sie sammelte 5970 Punkte und wurde damit Vierte. Der Siebenkampf hatte viele Höhen und ein paar kleinere Tiefen. Zum Auftakt gab es eine neue Bestleistung von 13,52 Sekunden über die 100 Meter Hürden. Beim Hochsprung wäre sie „gerne höher gesprungen“, obwohl sie solide 1,68 Meter erzielte. Der Kugelstoß brachte mit 11,40 Metern auch nicht ganz das erhoffte Ergebnis und über 200 Meter hatte Kaul viel Pech mit dem Wind und musste alleine laufen. Am Ende standen 25,03 Sekunden auf der Uhr. Tag zwei startete mit einem Ausrufezeichen: Im Weitsprung erzielte Kaul eine neue Bestweite von 5,97 Metern. 49,17 Meter bot sie im Speerwurf an – mehr als alle anderen Siebenkämpferinnen bei der EM. Zum Abschluss rannte sie die 800 Meter in 2:14,18 Minuten.
Simon Kunkel stieß mit der Kugel in neue Sphären vor. Eine neue Bestleistung folgte auf die andere. So kam er bereits im Mai beim Aschaffenburger Meeting auf 18,45 Meter und kurz darauf folgten die 18,71 Meter in Halle. Bei der U20-DM hatte Kunkel dann ein leichtes Spiel. Er musste kein einziges Mal um die Führung bangen und holte Gold mit starken 17,89 Metern. Die Europameisterschaften lief dann auch nach Plan: Gleich zweimal – zunächst in der Qualifikationsrunde auf 18,75 und dann im Finale auf 18,88 Meter – konnte er sich erneut deutlich steigern. Mit dieser Weite belegte er Platz sechs bei der EM. Doch der steile Aufwärtstrend des 18-Jährigen war noch nicht zu Ende: Im Anschluss an die EM stieß er die 6-Kilo-Kugel Ende August in Saulheim 19,10 Meter weit.
Die beiden Leichtathletik-Schwestern Mia Louisa und Mara Sophie Schmitz machten 2025 beide ihr Debüt im Nationaltrikot. Sprinterin Mia Louisa stellte schon im Winter Bestleistungen auf, und steigerte sich im Sommer sowohl auf den 100, als auch auf den 200 Metern noch weiter. Der große Wurf gelang ihr bei der U20-DM. Hier konnte sie ihre Bestzeit nochmal nach oben schrauben. Für die Zeit von 23,68 Sekunden über 200 Meter wurde sie mit dem Vizetitel und einer Nominierung für die EM belohnt. In Tampere wurde sie im schnellsten Vorlauf Dritte mit 23,87 Sekunden und sicherte sich so bei ihrem ersten internationalen Einsatz direkt einen Platz im Halbfinale. Hier konnte sie am nochmal ein tolles Rennen zeigen. In 23,72 Sekunden bei viel Gegenwind wurde sie Dritte in ihrem Lauf. Das genügte nicht ganz für das Finale, doch als Gesamt-Zehnte darf sie zufrieden auf ihre erste EM zurückblicken. Auch Mara Sophie war 2025 schneller als je zuvor: Über die flachen 400 Meter (56,10 sec) konnte sie sich ebenso steigern wie über ihre Spezialdisziplin, die 400-Meter-Hürden. Bei der Gala in Regensburg Mitte Juni lief sie 58,98 Sekunden schnell. Diese Top-Zeit, sowie ihr Zeiter Platz bei der Jugend-DM (59,33 sec) brachten ihr die Nominierung für ihre erste EM ein. Hier konnte sie leider ihr Potential nicht ausschöpften: Sie traf die Hürden nicht optimal, kam aus dem Rhythmus und beendete das Rennen in 61,46 Sekunden.
Lotte Gretzler konnte schon auf erste internationale Wettkampferfahrungen zurückgreifen. So war sie in der U18 bereits als Siebenkämpferin bei der EM im Einsatz. In diesem Jahr hatte sie sich jedoch im Stabhochsprung für Tampere qualifiziert. Schon in der Halle hatte sie sich mit 4,11 Metern in neue Höhen katapultiert, und auch im Sommer präsentierte sie sich stark. So sprang mehrere Male 4,05 Meter hoch, unter anderem bei der U23-DM in Ulm und der U20-DM in Wattenscheid. Medaillen gab es dafür auch: Als erst 17-Jährige holte sie Bronze in der U23, und in ihrer Altersklasse, der U20, gab es Silber. Hier verhinderten lediglich die Fehlversuche den Titelgewinn. Ein Schicksal, das ihr auch in Tampere zum Verhängnis wurde: sie konnte sich nicht für das Finale qualifizieren – und das denkbar knapp. Obwohl sie mit 4,10 Metern eine starke Höhe anbieten konnte, entschied ein einziger Fehlversuch, den sie sich zuvor erlaubt hatte, über das Weiterkommen. So wurde sie Dreizehnte. Lorenz Forsmann (TSV Moselfeuer Lehmen) machte jenseits des Atlantiks auf sich aufmerksam: Der dort lebende 400-Meter-Sprinter erzielte im Frühjahr ein Ergebnis von 47,20 Sekunden. Damit war er natürlich Kandidat für die Deutsche U20-Staffel über 4x400 Meter. Als Startläufer für das deutsche Quartett erkämpfte Forsmann in der Vorrunde in 3:11.53 Minuten den Finaleinzug, wobei er im Finale nicht zum Einsatz kam.