Am Donnerstagabend kürte sich Gesa Krause zum dritten Mal zur Europameisterin. Während Lea Meyer (VfL Löningen) Tempo machte, befand sich Krause an der zweiten Position und lief ein kontrolliertes Rennen. Selbstsicher bewies sie Geduld, um schließlich anzugreifen: Gemeinsam mit der Französin Alice Finot setzte sie sich etwas ab, um dann ganz nach vorne zu gehen. Ihre Siegerzeit lag bei 9:12,69 Minuten. Die 34-Jährige fügte in Birmingham ihrer außergewöhnlichen Karriere einen weiteren Höhepunkt hinzu. Als einzige Hindernisläuferin holte sie drei Goldmedaillen bei einer EM, davor 2016 in Amsterdam und 2018 in Berlin. Über die vielen Jahre ihrer Karriere hat Krause nicht die Freude an ihrem Sport verloren: „Es macht mir Spaß, es ist mein Leben,“ beschreibt sie ihren ungebremsten Enthusiasmus.
Olivia Gürth legte ein Glanzstück hin: Sie ging das Tempo der Führungsgruppe konsequent mit und ließ sich auch nicht abschütteln, als das Tempo am Ende höher wurde. Im Gegenteil: Die 24-Jährige machte noch auf den letzten hundert Metern einige Plätze gut und überquere nach 9:15,33 Minuten als Dritte nach Alice Finot die Ziellinie. Der Sturz von Lea Meyer am letzten Wassergraben brachte sie nicht aus dem Konzept. Damit hat Gürth ihre erste Medaille bei einer internationalen Meisterschaft der Aktiven mit Kampfgeist, taktischem Geschick und läuferischer Stärke gewonnen und darf sich zu Recht zu den besten Hindernisläuferinnen in Europa zählen. Mit der Medaille ging für Gürth "ein Traum in Erfüllung."